Geschichte der Jungschützen

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Gründungsjahr
 
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Mitglieder
(Stand 23.03.2017)
Jede Zeit hat ihre Besonderheiten, so auch der Zeitraum Ende der 60iger bis Mitte der 70iger Jahre. In dieser Zeitspanne begannen die sogenannten Studentenunruhen, die völlig neue, bis dahin nicht gekannte Dimensionen erreichten. Es war auch eine Zeit des Aufbruchs der Basis, gegenüber den etablierten und privilegierten Bürgern unserer Gesellschaft. Der Ruf nach politischen und gesellschaftlichen Veränderungen wurde immer lauter und intensiver. Es wurden mehr oder weniger alle bis dahin erreichten wirtschaftlichen Erfolge der deutschen Nachkriegszeit kritisiert und zerredet. Auch der bis dahin schwer erarbeitete und vom Ausland bewunderte Wirtschaftsaufschwung wurde in Frage gestellt.

Scharfe Kritik wurde an der deutschen Gesellschaft und deren Lebensgewohnheiten geübt. An diesem unerfreulichen Spiel beteiligten sich besonders auch die Medien und deren Mitarbeiter. Aufs Korn genommen wurden auch die Traditionsvereine und die verantwortlichen Vereinsvertreter. Alte und bewährte Grundsätze wie “Glaube, Sitte, Liebe zur Heimat” waren plötzlich von dieser neuen provokativen Generation nicht mehr von Bedeutung. Im ländlichen Raum machten sich diese Veränderungen zunächst nicht so stark bemerkbar, aber es war sehr deutlich festzustellen, dass diese neuen, angeblich so modernen Vorgaben auch in Heggen Wirkung zeigten. Bedingt dadurch, wurde das Interesse am Schützenwesen und auch die Besucherzahlen an den Schützenfesttagen rückläufig.
Um dieser Entwicklung wirkungsvoll zu begegnen, hatte es der Heggener Schützenvorstand sich zur Aufgabe gemacht, verstärkt mit Angeboten aus dem Vereinsleben an die Jugend zu wenden. In den Vorstandssitzungen wurden diese Dinge mit großem Ernst, aber auch kontrovers, diskutiert. Die Folge war, dass eine Jungschützenabteilung etabliert werden sollte. Das wurde durch den Vorsitzenden in der außerordentlichen Generalversammlung am 28.09.1979 vorgetragen und der Versammlung zur Abstimmung vorgeschlagen. Die Schützen stellten sich einstimmig hinter den Vorstand und so entstand die Jungschützenabteilung.

Nicht unerhebliche Probleme ergaben sich danach bei der Erfassung des infrage kommenden Personenkreises. Die Behörde (Gemeinde Finnentrop) lehnte die Herausgabe einer Namensliste aus datenschutzrechtlichen Gründen ab. Daraufhin wurde die kath. Kirchengemeinde Heggen (Herr Pfarrer Merten) um Unterstützung gebeten. Eine Liste der Jahrgänge 1962/63 wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. So war es uns möglich, die infrage kommenden Jugendlichen zu den vorgesehenen Besprechungen einzuladen.

Es erwies sich sehr schnell, dass das notwendige Interesse neu geweckt und die Aussicht auf eine gemeinsame, erfolgversprechende Zukunft gegeben war. Das vorgesehene Vogelschießen nur für die Jugendlichen fand besonders große Zustimmung. So war es uns erfreulicherweise möglich, den Nachwuchs in das Vereinsleben neu zu integrieren und einzubinden. Mit Freude und großer Genugtuung darf man heute feststellen, dass die damalige Entscheidung richtig war und die Jungschützen heute eine wesentliche Stärkung des Schützenvereins Heggen auch zukünftig darstellen.

Zur Gründung wurden damals 22 neue Mitglieder in den Verein aufgenommen.
  • Reinhard Berghaus
  • Stephan Breidebach
  • Benedikt Dommes
  • Andreas Hengstebeck
  • Ralf Hesener
  • Dirk Hoppe
  • Markus Klein
  • Gunnar Koschorreck
  • Dietmar Krummenerl
  • Klaus Müller
  • Burkhard Rameil
  • Hartmut Rinke
  • Michael Sondermann
  • Udo Sondermann
  • Christoph Schmitz
  • Ralf Schnell
  • Bernd Schulte
  • Michael Steinberg
  • Peter Stuff
  • Dirk Weller
  • Ulrich Wiese
  • Jochen Wildhack

Aus der Erkenntnis, dass gerade ein Traditionsverein auf die Jugend nicht verzichten kann, hat der Schützenvorstand die Heggener zu einigen gemeinsamen Gesprächsabenden schriftlich in die Schützenhalle eingeladen. Schon der erste Abend brachte eine recht gute Beteiligung. Hier wurde den Jugendlichen das Schützenwesen noch einmal eingehend erläutert, insbesondere aber die traditionsreiche, langjährige Vereinsgeschichte des Schützenvereins Heggen vorgetragen und näher gebracht. Das führte dann zu den gewollten, regen und interessanten Diskussionen, die letztlich für sinnvoll und praktikabel erscheinen ließen, einen Jungschützenzug mit Jungschützenkönigspaar zu etablieren. Dieser wurde dann erstmals in der Vereinsgeschichte des Schützenvereins Heggen unter großem Arrangement der Jugend aufgestellt. Es wurde festgelegt, den Jungschützenkönig am Schützenfestsonntag morgens zu ermitteln, was sich im Nachhinein als gute Lösung erwiesen hat. Außer den Partys der Jungschützen unter Aufsicht einiger Vorstandsmitglieder im Speisesaal, wurden gemeinsam mit ihnen 2 Beat-Abende veranstaltet. Diese Veranstaltungen sind insgesamt recht gut verlaufen. Es ist daher die erklärte Absicht des Vorstandes, die guten, positiven Ansätze mit unserer Jugend zu festigen und weiter auszubauen.

Auszug zur Gründung der Jungschützenabteilung, Original-Text - Jungschützen aus dem Jahresbericht 1980, Vorsitzender Walter Sprenger

Jungschützenfahne

Königskette im Jahre 2005

Entstehung des Kartoffelschießens

Am Freitag vor Schützenfest trafen sich traditionell die JS-Offiziere und einige Freunde beim JS-König des Vorjahres, um die letzten königlichen Stunden zu verbringen. Dabei wurde die Schützenfahne aufgehangen, gegrillt und einige Flaschen Bier getrunken. So auch 1993, bis dass in geselliger Runde Georg Brüser, der Bruder des damals noch amtierenden JS-Königs Bernd Brüser auf die Idee kam, ein spontanes Vogelschießen zu veranstalten. Also hängte man eine Kartoffel, mit bunten Federn geschmückt, an einen Fliederbusch. Geschossen wurde mit einem Luftgewehr, wobei jeder Anwesende mitschoss.

Erster JS-Kartoffelkönig bei diesem Wettkampf wurde Björn Hesener, der beieinem ebenso spontan durchgeführten Festzug rund um den Sportplatz dem begeisterten Schützenvolk präsentiert wurde. Noch an diesem Abend wurde für die folgenden Jahre festgelegt, das Kartoffelschießen am Freitag vor Schützenfest beim jeweils amtierenden Kartoffelkönig durchzuführen, wobei alle Anwesenden ohne Einschränkungen teilnehmen
können.

Für das 2. JS-Kartoffelkönigsschießen wurde eigens eine Vogelstange aus Holz angefertigt. Der Kugelfang wurde mit Hilfe eines Grillmotors hochgezogen. Ebenfalls wurde eine Königskette angefertigt, an der Jahr für Jahr die Kartoffelorden angehängt werden sollen. Das 2. Schießen war ein so großer Erfolg, es waren über 100 Personen anwesend, dass es zu einem festen Bestandteil im Schützenfestkalender der Heggener Jungschützen
wurde.

Im 5. Jahr wurde erstmals ein JS-Kartoffelkaiser ausgeschossen. Hierfür wurde eine weitere mobile Vogelstange aus Edelstahl angefertigt, die die mittlerweile sehr lädierte hölzerne Vogelstange in den folgenden Jahren ersetzen sollte. Erster JS-Kartoffelkaiser wurde Bernd Korte aus dem Hollenbock, bei dem auch das Schießen anlässlich seiner Königswürde stattfand. 2004 wurde von Peter Kruse und Georg Brüser ein Jungschützenschellenbaum erstellt. Hierzu mehr im Anschluss. Im Jahre 2005 findet zum 13. Mal das JS-Kartoffelkönigsschießen statt. Die hohe Beteiligung wird wieder für sich sprechen.

Schützenverein Heggen 1867 e.V.

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